Obstbaumschnitt

Der Herbst ist die richtige Zeit, Ihren Garten bereits auf das nächste Jahr vorzubereiten. Bei Obstbäumen sorgt der richtige Schnitt am Ende des Jahres für eine reiche Ernte in der nächsten Saison.
Der so genannte
Vorwinterschnitt fällt in die Monate November und Dezember. Suchen Sie sich möglichst einen sonnigen Herbsttag zum Schneiden Ihrer Obstgehölze aus, dann macht die Arbeit auch bei niedrigen Temperaturen noch Freude. Doch achten Sie darauf, dass die Temperatur nicht unter den Gefrierpunkt sinkt, da bei durchgefrorenem Holz ein Schnitt schädigend ist. Ziel ist es, den Wuchs des Baumes so zu steuern, dass nicht von Jahr zu Jahr immer dichteres Ast- und Blattwerk entsteht, sondern möglichst viele und aromatische Früchte geerntet werden können. Dies gelingt u.a. dadurch, dass Sie alle nach innen wachsenden Triebe wegschneiden und dafür sorgen, dass viel Licht und Luft an alle Kronenpartien gelangt, damit sich auch dort Früchte bilden können, und nicht nur an den sonnigen Randpartien. Älteres Holz sollten Sie immer so weit zurückschneiden, bis Sie auf einen jungen Zweig treffen, aus dem dann frisches Fruchtholz sprießen kann. Unterschieden werden drei Schnittarten, die jeweils in den verschiedenen Entwicklungsphasen des Baumes angewendet werden: Pflanz-, Erziehungs- und Erhaltungsschnitt.

Der
Pflanzschnitt sorgt beim jungen Baum für ein Gleichgewicht zwischen Wurzelwerk und dem oberirdischen Teil des Baumes, da er beim Ausgraben aus dem Baumschulenquartier zwangsläufig Wurzeln lassen musste, die zur Versorgung der Pflanze nun fehlen. Zum anderen können Sie gleich von Anfang an das lockere und breite Wachstum steuern.

Der
Erziehungsschnitt wird mehrere Jahre hintereinander wiederholt, und der Jungbaum wird dadurch zu einem reich tragenden Obstgehölz "erzogen". Die an den Oberseiten der Leittriebe gebildeten neuen Triebe müssen Sie wegschneiden, da diese Wassertriebe lediglich der Sonne entgegen streben, kaum Blüten ansetzen und somit keine Früchte bilden. Sorgen Sie für eine so genannte Fruchtwaage: Die Äste sollten möglichst waagerecht wachsen und sich im Lauf der Früchtebildung nach unten biegen.

Beim
Erhaltungsschnitt sollten Sie versuchen, die nach fünf bis acht Jahren aufgebaute Krone zu erhalten. Zu dicht stehende Äste lichten Sie aus, abgestorbenes Holz entfernen Sie, und altes Fruchtholz sollten Sie rechtzeitig auf Jungtriebe zurückschneiden. Die richtige Schnitt-Technik sorgt für das gewünschte Wachstum.

Eine alte Gärtnerregel besagt für den Wegschnitt stärkerer Äste:

Der Schnitt muss so dicht an der Basis erfolgen, dass kein Hut an den verbleibenden Zapfen aufgehängt werden kann.

Dadurch fördern Sie den Heilungsprozess, und der Neuaustrieb erfolgt direkt unter der Schnittstelle. Schneiden Sie nicht zu dicht an einer Knospe, da sie leicht beschädigt werden kann, und achten Sie darauf, dass die Schnittfläche nicht zur Knospe hin weist. Ganz wichtig ist es natürlich, auf die verwendeten Werkzeuge zu achten. Die Scheren, Sägen und Messer müssen scharf sein, damit jeder Schnitt glatt ist und Sie keine zerfransten und zerquetschten Stellen hinterlassen. Bei der Entfernung dickerer Äste müssen Sie einen Astbruch unbedingt vermeiden. Sägen Sie den Ast deshalb erst nahe beim Stamm zur Hälfte von unten an und danach etwas weiter außerhalb von oben ab. Den Stummel können Sie schließlich direkt am Stamm sauber absägen.